„Mannschaft hat große technische Defizite"

Volleyball: Neuer Trainer Rico Fritzsch will mit Regionalligaherren unter die ersten Drei - Spiel soll aggressiv und unberechenbar werden

Von Mario Schmidt
Mit einem blutjungen Trainer will der Chemnitzer Polizeisportverein neue Volleyballhöhen erklimmen: Rico Fritzsch zählt gerade mal 25 Lenze, ganz klar, daß er anfangs ein paar Bedenken hinsichtlich des Respekts seiner Spieler hatte. Ein Teil des Teams ist schließlich 30 Jahre und älter. Doch Sorgen dieser Art erwiesen sich schnell als überflüssig.
„Mit 80 Prozent der Mannschaft habe ich Einzelgespräche geführt, die Akzeptanz war schnell da. Und die meißten kannte ich ja vorher schon, beispielsweise von Beachturnieren", erzählt Fritzsch, der die Nachfolge von Hans-Ullrich Müller antritt. zuletzt hatte er die Landesklasse-Herren des PSV Stollberg betreut.
In der ersten Vorbereitungsphase hat Fritzsch die CPSV-Spieler ordentlich übers Parkett gescheucht. Ausdauertraining war angesagt. Sein Eindruck vom Zustand der Truppe, die letztes Hahr Vierter der Regionalliga-Ost geworden war: „Im technischen Bereich gibt es große Defizite. Körperlich sind die Spieler gut beisammen."
Rico Fritzsch will mit dem CPSV nächste Saison „Platz drei oder besser" erreichen. Dazu müsse sich in der Spielweise jedoch einiges ändern. „Das Potential für ganz weit oben ist vorhanden. Wir wollen Power-Volleyball spielen, uns am Netz mit breiter Brust präsentieren.
Die Mannschaft muß aggressiv zu Werke gehen, und das Spiel darf nicht mehr nur auf zwei Mann ausgerichtet sein, muß unberechenbarer werden", betont der 25-Jährige, der im Übrigen auch eine interessante Trainerstation in Österreich hinter sich hat.
Dort betreute er ein halbes Jahr lang die Zweitligadamen des USV Bad Vöslau. „Wir haben 1999 die Play-offs zur ersten österreichischen Liga nur um zwei Punkte verfehlt. Danach kam es zur Trennung. Wir hatten Slowakinnen in der Mannschaft, die viel Geld verdient haben, aber nicht die entsprechenden Leistungen erbrachten. Das ging mir gegen den Strich. Ich hatte aber keine Rückendeckung vom Vorstand", so Fritzsch.
Das Engagement in der Alpenrepublik sei trotzdem eine ganz wichtige Erfahrung gewesen, die ihn drei, vier Jahre weitergebracht habe.
Davon soll jetzt das Chemnitzer Herrenteam profitieren. Fritzsch hat in der Vorbereitung nicht nur die Inhalte verändert, sondern auch die Intensität erhöht. „Neben dreimal Training die Woche sind wir zusätzlich einmal im Fitneßstudio. Ich verlange, daß die Spieler auch während der Trainingseinheiten an ihre Leistungsgrenze gehen", sagt der Coach. Die Chemnitzer haben mit Karsten Rathke nur einen Weggang zu verzeichnen. „Neu bei uns sind Marco Schramm aus Limbach, Oliver Nau von Rotation Prenzlauer Berg und Mike Dudek aus Brand-Erbisdorf.
das sind allesamt junge, entwicklungsfähige Leute", erklärt CPSV-Abteilungsleiter Michael Staudinger.
Und wann steigen die Chemnitzer in die 2.Bundesliga auf ? „Wir wollen erst mal die kommende Saison spielen und dann von Jahr zu Jahr schauen", meint Trainer Fritzsch, während Abteilungsleiter Staudinger auf den künftig wohl größten Kontrahenten in der Regionalliga verweist. „In der nächsten Spielserie ist Markranstädt Favorit. Dort zieht man die Sache noch professioneller über die Bühne. Da steckt richtig Geld dahinter", so Staudinger,
der sich beim Thema zweite Liga ein verschmitztes Lächeln nicht ganz verkneifen kann...



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